Auf der Bühne herrscht ständiger Trubel mit Kommen und Gehen
Der Theaterverein Rohrdorf präsentiert ein humorvolles Stück mit anhaltender Spannung, Verwechslungen und der richtigen Portion Lokalkolorit.
Karl-Heinz Schweigert
Isny Das lässt sich nicht mehr steigern: Vor allem im ersten Akt der Komödie „Urlaub auf Balkonien“ von Wolfgang Bräutigam gab es im Rohrdorfer Theatersaal mit hoher Frequenz ein Kommen und Gehen der Akteure, ohne dass es zu entscheidenden Begegnungen kam und damit zu herrlichen Verwicklungen und Verwechslungen.
Die Bühne hierzu war notwendig ausgestattet, nicht nur mit drei Türen, sondern zudem mit zwei Durchgängen, einem Schrank und einem Fenster. Die beeindruckende Perfektion des Trubels dabei ist dem Spielleiter-Duo Silvia Keybach-Grimm und Josef Kink zuzuschreiben wie dem gesamten Team, das in all seinen Rollen regelrecht aufging.
Der Dreiakter diente hierzu aus dem Leben gegriffen, mit anhaltender Spannung, genügend deftigen Sprüchen, allzu Menschlichem in Allgäuer Mundart und der richtigen Portion Bodenhaftung und Lokalkolorit.
Der Theaterverein Rohrdorf ist mit seiner langen Tradition von über 150 Jahren und „der guten Stube“ seines Theatersaales sicher allein schon eine Marke, viel wichtiger aber ist die ausgesuchte Wahl der Stücke, perfekt zugeschnitten auf die Spieler.
Wie auch diesmal in vorderster Front mit Silvia Keybach-Grimm, stark in Mimik und Gestik als dominierende Hausherrin, und Herbert Schmid als ihr geplagter Ehemann. Lange verharren musste nach durchzechter Nacht im Schrank Debütant David Schönle als deren Sohn. Anna Eisleb gefiel als liebreizende Tochter.
Letztendlich verbunden wurden die beiden trefflich gespielt von ihren Partnern David Tasch und Bianca Beschler. Ein zum Schreien komisches Einbrecher-Geschwisterpaar, konträr stramm, resolut und entschlossen sowie sehr bescheiden einfältig, verkörperten Heike Hengge und Winfried Lott. Den feinen englischen Touch hierzu brachten mit „Kings English“ souverän das Touristenpaar Angela Baur-Pferdt und auch erstmals auf der Bühne Berthold Rudhart. Den Reigen des engagierten Teams komplettierte schließlich Christine Bihler als pflichtbewusste Kommissarin.
Sie alle „provozierten“ mit ihrer faszinierenden Spiellaune im voll besetzten Saal reichlich Szenen- und anhaltenden Schlussapplaus, verbunden mit Jubelrufen. Es ist deshalb kein Wunder, dass es für die letzte Aufführung am Freitag, 9. Januar, 20 Uhr, nur noch Restkarten gibt. (Vorverkauf: Mittwoch 17 bis 19 Uhr, Freitag von 16 bis 18 Uhr, Telefon 07562/9757885)
